AL-Wohnbau

Interview

Herr Schmidt, Sie sind Gesellschafter und seit kurzem auch Geschäftsführer der AL-Wohnbau. Wie beurteilen Sie Immobilien als Kapitalanlage? Lohnt sich das?

Auf jeden Fall. Aufgrund des derzeit äußerst niedrigen Zinsniveaus ist es so, dass man bei herkömmlichen Anlageformen mit seinen Ersparnissen kaum noch einen Gewinn erzielen kann. Ganz anders ist das beispielsweise bei Wohnungen, die man als Kapitalanlage erwirbt und dann vermietet. Es lassen sich damit sehr hohe jährliche Renditen erzielen, umso mehr, da die Finanzierung im Moment zu herausragend günstigen Bedingungen erfolgen kann.

 

Das klingt ja theoretisch ganz gut. Aber lässt sich das auch belegen?

Selbstverständlich. Es gibt ausreichende Statistiken über sämtliche Anlageformen und deren Renditen. Daraus kann man ganz klar ablesen, dass Investoren in den letzten 20 Jahren seit der deutschen Wiedervereinigung eine jährliche Rendite von rund 8,1 Prozent erwirtschaftet haben. Das ist deutlich mehr, als man mit Anlagen in festverzinslichen Anleihen erreichen könnte. Der Renditeindex Rex brachte es im selben Zeitraum nur auf 6,3 Prozent.

 

Ok. Und wie sieht es im Vergleich zum Aktienmarkt aus?

Überraschenderweise schnitten auch die Aktien weltweit nicht so gut ab, wie die Investition in Wohnimmobilien. Der MSCI World Index kam durchschnittlich auf eine Rendite von 6,9 Prozent. Nur der Dax hatte mit rund 10 Prozent die Nase vorn?

 

Dann ist es in Deutschland also noch rentabler in Aktien zu investieren?

Wenn man das Risiko liebt, vielleicht. Die Schwankungen am Aktienmarkt sind enorm. Bei den Dividendenpapieren gab es Jahre mit einem Minus von 40 Prozent. Man kann hier also auch ganz schnell viel Geld verlieren. Am Immobilienmarkt gab es ein maximales Minus von 0,6 Prozent. Die Anlage in Immobilien ist also wesentlich sicherer.

 

Das leuchtet ein. Und wie sieht die Zukunft des Immobilienmarktes aus?

Private und institutionelle Investoren reißen sich seit längerem um Wohnimmobilien. Das hat dazu geführt, dass die Immobilienpreise in die Höhe geschossen sind. Der Hauptgrund dafür ist, dass sich mit keiner anderen Zinsanlage mehr Geld verdienen lässt. Die durchschnittliche Mietrendite ist dafür mittlerweile um rund drei Prozentpunkte höher als der Zins für Bundesanleihen. Daher sind viele Investoren bereit, immer höhere Preise für Immobilien zu zahlen.

Auch durch den Zustrom einer hohen Zahl von Flüchtlingen wird es zusätzlich zu einem riesigen Bedarf an Wohnungen  kommen, sobald die Flüchtlinge die Erstaufnahmeeinrichtungen verlassen. Diese Wohnungen sind auf dem Markt nicht vorhanden und lassen sich auch nicht kurzfristig erstellen. Die Preise für Immobilien werden sich also weiter erhöhen, da eine immense Nachfrage auf ein sehr niedriges Angebot trifft.

 

Sinkt dadurch nicht die Mietrendite?

Ja, schon. Aber sie bleibt immer noch um einiges höher als die Rendite auf dem Anlagenmarkt.


Könnte eine Zinswende die Lage drastisch verändern?

Nein.  Selbst wenn die Zinsen wieder steigen würden, was ich wegen der hohen  Verschuldung der Staaten nicht glaube , werden Immobilien nicht günstiger. Die Anforderungen des Staates für den Bau von Immobilien sind in den letzten Jahren immens gestiegen, sodass sich Immobilien auch in Zukunft nicht preisgünstiger herstellen lassen. Besonders das Angebot an Grundstücken ist begrenzt  und lässt sich auch nicht beliebig steigern. Wenn der Staat  oder auch private Investoren in erheblichen Umfang Sozialwohnungen bauen, wird dies durch die erhöhte Nachfrage nach Bauleistungen  zu massiven Preissteigerungen bei Material und Handwerksleistungen führen, was die Baupreise und somit auch die Herstellungskosten für Wohnungen weiter verteuern wird.